Mental Load, Trennung und warum sich so wenig ändert
- Sandy Meyer

- 12. März
- 2 Min. Lesezeit

Wer trägt eigentlich wie viel Verantwortung?
Elternsein bedeutet oft, sehr viele Dinge gleichzeitig im Kopf zu haben.
Termine, Schule, Arztbesuche, Geburtstage, Nachrichten an Lehrkräfte, Ersatzturnschuhe organisieren, Klausuren im Blick behalten, Kindergeburtstage planen... und vieles mehr.
Vieles läuft im Alltag einfach so mit.
Weil jemand daran denkt. Organisiert. Erinnert. Nachfragt.
Und genau da stellt sich in vielen Familien irgendwann eine stille Frage:
Wer trägt eigentlich wie viel davon?
Nach einer Trennung wird diese Frage oft sichtbarer. Plötzlich gibt es zwei Haushalte. Zwei Systeme. Zwei Arten, Dinge zu regeln. Und nicht selten bleibt ein großer Teil der Organisation weiterhin bei der Person hängen, die sie auch vorher schon getragen hat.
Das ist ein Punkt, der mir in Beratungen immer wieder begegnet.
Die meisten Eltern, mit denen ich arbeite, haben schon vor der Trennung den größten Teil des Mental Loads getragen. Einige hoffen, dass sich das danach irgendwie gerechter verteilt. Und dann passiert – Spoiler – oft erstmal: nichts davon. Nicht automatisch.
Und dann kommt noch eine zweite Hürde.
Selbst wenn Verantwortung neu verteilt werden könnte, fällt es vielen Eltern schwer, sie wirklich abzugeben.
Denn man trägt seine Erfahrungen aus der Beziehung ja mit sich weiter. Man weiß, was funktioniert hat und was nicht. Wo Termine vergessen wurden. Wo Absprachen nicht geklappt haben. Welche Dinge der andere verlässlich übernimmt und welche eben nicht.
All diese Erinnerungen, Verletzungen und Zweifel sitzen im Hintergrund mit am Tisch.
Und genau deshalb entsteht hier eines der größten Konfliktfelder:
Wer trägt wofür Verantwortung und wer traut dem anderen eigentlich zu, diese Verantwortung auch wirklich zu übernehmen?
Schnell entsteht dieser innere Druck:
Wenn ich es nicht mache, macht es vielleicht niemand.
Zack, steckt man wieder mittendrin. In genau dem Muster, aus dem man eigentlich raus wollte. Man übernimmt wieder mehr, organisiert wieder mehr, kontrolliert wieder mehr. Nicht unbedingt, weil man das will. Sondern weil im Hintergrund eine Sorge mitschwingt, die sich anfühlt wie Verantwortung:
Was ist, wenn das Kind am Ende darunter leidet?
Diese Sorge ist verständlich. Wirklich.
Und gleichzeitig lohnt es sich genau hier, kurz innezuhalten.
Was gehört wirklich zu meiner Verantwortung? Was gehört zur Verantwortung der anderen Elternperson? Und wo versuche ich gerade, ein System alleine stabil zu halten, das eigentlich von zwei Erwachsenen getragen werden müsste?
Das alleine zu sehen, ist oft nicht so einfach. Wenn man mitten im Alltag steckt, ständig funktioniert und gleichzeitig die Sorge um die Kinder im Kopf hat, trägt man schnell Scheuklappen. Man reagiert, organisiert, rettet Situationen und hat kaum noch Raum, wirklich hinzuschauen.
Genau dabei unterstütze ich Eltern in meiner Beratung.
Gemeinsam sortieren, einordnen, wieder handlungsfähig werden.
Schreib mir gern, wenn du noch Fragen hast, oder dir unsicher bist, ob du mit deinem Anliegen bei mir in einer Beratung richtig aufgehoben bist.
Alles Liebe
Sandy
P.S: Und falls du meine Podcast-Folge zum Thema Trennung noch nicht gehört hast: Ich verlinke dir hier das Interview auf dem Blog von Chris vom "Elterngedöns"-Podcast.
Dort findest du auch direkt alle Links zur Podcast-Folge.




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