Überforderung im Familienalltag
- Sandy Meyer

- 9. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Dez. 2025
... und wie du wieder handlungsfähig wirst
Es gibt diesen Moment, den jedes Elternteil kennt: Die Situation kippt. Ein Kind weint, ein anderes schreit, das Abendessen brennt an, der Hund bellt, dein Nervensystem macht zu und plötzlich stehst du mitten im Familienalltag wie gelähmt. Überfordert. Reizüberflutet. Kurz davor, zu reagieren, wie du eigentlich gar nicht reagieren willst.
Und genau darum geht es hier:
Was passiert da in dir und wie kommst du in akuten Stresssituationen wieder zurück in deine innere Führung?

Warum Stress im Familienalltag so schnell eskaliert
Viele Eltern glauben, sie müssten „ruhiger“ sein, „gelassener“, „besser organisiert“. Die Wahrheit? Du bist ein Mensch mit einem Nervensystem. Kein Roboter.
Akute Überforderung entsteht nicht, weil du „zu wenig kannst“, sondern weil:
Reize zu schnell aufeinanderprallen.
Mehrere Bedürfnisse gleichzeitig laut werden.
Dein Körper in den Alarmmodus schaltet.
Alte Muster aus deiner Kindheit kurz aufspringen („jetzt musst du funktionieren“).
Und dann reagierst du nicht mehr von deinem heutigen Ich, sondern aus einem alten Stressprogramm heraus.
Die gute Nachricht: Du kannst lernen, genau in diesen Momenten wieder handlungsfähig zu werden.
Das ist keine Frage der Willenskraft. Es ist Regulation.
Die 3-Phasen-Strategie, die dir in Stressmomenten sofort hilft
Ich arbeite in meiner Beratung oft mit Eltern, die sagen: „Ich weiß theoretisch, was ich tun sollte, aber wenn es knallt, bin ich wie ausgetauscht.“ Deshalb braucht es Strategien, die im Körper, nicht nur im Kopf funktionieren.
1. Sofort-Regulation: Dein System „herunterfahren“
Bevor du pädagogisch reagieren kannst, musst du dich stabilisieren. Sonst versucht ein überflutetes Nervensystem, ein anderes zu beruhigen, das klappt nie.
Konkrete Tools, die in Sekunden helfen:
Stehenbleiben. Beide Füße spüren. Erdung schafft Präsenz.
Ausatmen länger als einatmen. Aktiviert den Parasympathikus.
Einen Satz innerlich sagen: „Ich bin hier. Ich bleibe.“ Dieser Satz wirkt wie ein Anker.
Das Ziel ist nicht Zen-Gelassenheit, sondern: Aus dem Alarmzustand raus – zurück in Handlungskompetenz.
2. Situative Co-Regulation: Verbindung herstellen
Kinder brauchen in Krisen kein perfektes Elternteil, sondern ein regulierbares Gegenüber, das ihnen zeigt: Wir gehen da zusammen durch.
Je kleiner das Kind, desto wichtiger ist Co-Regulation.
Die wirksamsten Sätze in Stressmomenten:
„Ich sehe dich.“
„Du musst es gerade nicht alleine schaffen.“
„Wir atmen einmal durch und dann schauen wir weiter.“
Diese Sätze beruhigen nicht durch ihre Logik, sondern durch die Beziehungsbotschaft.
3. Nachbereitung: Muster verändern statt Schuld fühlen
Viele Eltern baden nach einem stressigen Tag in Selbstvorwürfen.Schuld lähmt.Reflexion verändert.
Stell dir danach drei Fragen:
Was war der eigentliche Trigger?
Was hätte ich gebraucht? (nicht: was hätte ich tun sollen?)
Was kann ich nächstes Mal anders vorbereiten?
So verlagerst du deinen Blick von „Ich habe versagt“ hin zu„Ich wachse an dieser Stelle weiter.“ Genau diese Haltung macht langfristig den Unterschied – für dich und deine Kinder.
Warum Eltern heute so schnell überfordert sind und warum es nicht dein persönliches Scheitern ist
Der moderne Familienalltag ist dicht, laut, schnell. Eltern schultern heute Aufgaben, die früher ein Dorf getragen hat. Dazu kommen:
mentale Load
Reizüberflutung
wenige Erholungsräume
hohe Erwartungen an sich selbst
gesellschaftlicher Druck, „alles richtig zu machen“
Überforderung ist kein Zeichen von Schwäche.Sie ist ein Signal.Ein Hinweis darauf, dass du Unterstützung brauchst – nicht Kritik.
Wie ich dich dabei begleiten kann
In meinen Beratungen höre ich oft Sätze wie: „Ich möchte endlich nicht mehr dauer angespannt sein.“ „Ich will, dass mein Kind mich wieder als sicheren Hafen erlebt.“
Das ist genau der Punkt, an dem ich ansetze:
ich helfe dir, dein eigenes Stresssystem zu verstehen,
zeige dir, wie du dich selbst regulieren kannst,
und wie du in turbulenten Momenten wieder in deine Elternrolle findest – klar, verbunden und handlungsfähig.
Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Stabilität und Verbindung im echten Leben. Genau da, wo es manchmal weh tut.
Wenn du merkst: „Genau das ist mein Thema… ich möchte da nicht länger alleine durch“, dann lade ich dich zu einem unverbindlichen Kennenlerngespräch ein.
Wir schauen gemeinsam, was du aktuell brauchst und wie ich dich auf deinem Weg zu mehr Ruhe, Klarheit und Verbundenheit begleiten kann.






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